Unsere Schmetterlinge sterben leise

© Wolfgang Schruf

Von A wie Admiral bis Z wie Zitronenfalter reicht das Alphabet der Schmetterlinge. Doch immer weniger von ihnen flattern durch Österreich. Die Ursachen sind vielfältig: Vor allem die intensive Landwirtschaft, Aufforstungen und Verbauungen machen ihnen das Leben schwer. Aber auch die Lichtverschmutzung ist eine zunehmende Bedrohung, vor allem für Nachtfalter. Der Naturschutzbund besitzt und pflegt zahlreiche Schmetterlingslebensräume, doch es braucht noch mehr Engagement für die bunten Gaukler. Deshalb gibt er auf www.naturschutzbund.at jetzt Tipps, wie jeder die Schmetterlinge unterstützen kann, und lädt dazu ein, Beobachtungen auf www.naturbeobachtung.at zu melden.

Schmetterlinge gehören wohl zu den beliebtesten Insekten. Mit 4.071 Arten sind sie in Österreich stark vertreten, doch viele von ihnen sind so klein oder leben so versteckt, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Deshalb sind uns vor allem die 215 heimischen Tagfalterarten bekannt. Aber auch Begegnungen mit diesen werden immer seltener. Immerhin 111 Arten (51,6 %) sind in der Roten Liste der Gefährdeten Arten aufgeführt.

Der Naturschutzbund hat deshalb zehn Tipps zusammengestellt, wie jeder im eigenen Garten, auf Balkon oder Terrasse etwas für die fliegenden Edelsteine tun kann:

Tipp 1: Ein Brennnessel-Eck im Garten stehen lassen – denn die Brennnessel dient den Raupen von mehr als 50 verschiedenen Tagfalterarten als Nahrungsquelle (z.B. Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, C-Falter…).

Tipp 2: Nur biologische Schädlingsbekämpfungsmittel verwenden!

Tipp 3: Den einheitsgrünen Rasen in eine Blumenwiese umwandeln: Mähen Sie weniger oft und überlassen Sie ein Stück Wiese der Natur. Auf einer bunten Blumenwiese leben 10-50 Tagfalterarten, auf einem Rasen höchstens drei.

Tipp 4: Möglichst viele heimische, standortangepasste Blühpflanzen (früh-, mittel- und spätblühende Sorten) setzen. Zierpflanzen mit gefüllten Blüten sind für Tagfalter wertlos, weil sie keinen Nektar und Blütenstaub bieten.

Tipp 5: Auf den Mähzeitpunkt achten: Viele Falter entwickeln sich erst bis Ende Juni/Mitte Juli – mähen Sie maximal zweimal im Jahr und nie die ganze Fläche auf einmal, so ist immer ein ausreichendes Blütenangebot vorhanden.

Tipp 6: Pflege und Düngung reduzieren, Mähgut entfernen, Humus abtragen. Der Boden kann durch schrittweise Beimengung von Sand in Magerlebensraum umgewandelt werden. Viele Tagfalter sind auf solche Lebensräume angewiesen.

Tipp 7: Eine Fläche mit trockenheitsliebenden Pflanzen wie z.B. Schlehdorn oder Wolfsmilch an sonnigen Stellen zieht Segelfalter, Wolfsmilchschwärmer und Dickkopffalter an.

Tipp 8: Eine Kräuterspirale anlegen. Blühende Kräuter sind Leckerbissen für Tagfalter.

Tipp 9: Einen Gartentümpel mit angrenzendem Feuchtwiesenbereich (mit Wasserdost oder Ampferpflanzen) anlegen – den Russischen Bär und den Großen Feuerfalter wird es freuen.

Tipp 10: Steinmauern oder -haufen anlegen und mit Sand-Kalk-Mörtel verfugen. Pflanzen wie Große und Weiße Fetthenne können sich ansiedeln und der Fetthennen-Bläuling kommt angeflogen.

Wer diese Tipps beachtet, wird sicher bald ein kleines Schmetterlingsreich um sich haben. Der Naturschutzbund lädt zudem alle Naturliebhaber ein, Schmetterlingsbeobachtungen auf www.naturbeobachtung.at einzutragen. Die eingehenden Daten sind Basis für die weitere Naturschutzarbeit.

Quelle naturschutzbund Österreich am 30. Mai 2020 um 09:45 Uhr