Kartoffel: ein regionaler Allrounder

21. September 2021

Ganzjährig in Österreich verfügbar, vielseitig einsetzbar und gesund: Zum Tag der Kartoffel am 18. September nimmt der Verein Land schafft Leben das beliebte Knollengemüse unter die Lupe.

Die Kartoffel enthält viele gesunde Inhaltsstoffe. © Land schafft Leben

Die Kartoffel gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der Welt und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass es in unseren Breiten keine Hungersnöte mehr gibt. Aufgrund der großen Anpassungsfähigkeit der Kartoffelpflanze kann diese auf fast allen Teilen der Erde angebaut werden. Auch in Österreich werden im großen Stil Kartoffeln angebaut: Über 880.000 Tonnen sind hierzulande 2020 geerntet worden, wobei die meisten Kartoffelfelder im Wald- und Weinviertel liegen. Ungefähr von Mitte August bis Ende November erfolgt die Ernte. Heuer hat sie sich aufgrund der Wetterschwankungen um etwa zwei Wochen nach hinten verschoben.

Rund 51 Kilogramm Kartoffeln essen die Österreicherinnen und Österreicher pro Jahr. Maria Fanninger, Vorstand von Land schafft Leben, sagt: „Dieses heimische Superfood ist in Österreich ausreichend vorhanden. Woher die Kartoffeln kommen, ist im Supermarkt außerdem immer ersichtlich. Es fällt also leicht, das ganze Jahr über auf österreichische Herkunft zu achten.“

Unvermutete Verwandtschaft

Die Kartoffel ist eigentlich ein Gemüse, in der Ernährung spielt sie als stärkehaltiges Lebensmittel aber vor allem die Rolle der Energielieferantin. Die Kartoffel hat unerwartete Verwandte: Aubergine, Paprika und Tomate gehören zu ihrer Familie. Die Süßkartoffel hingegen ist mit der herkömmlichen Kartoffel nicht verwandt, denn während diese zu den Nachtschattengewächsen zählt, ist die Süßkartoffel ein sogenanntes Windengewächs. Auch im Anbau unterscheiden sich die beiden: Die Süßkartoffel braucht wärmeres Klima, daher wird unser Verbrauch vor allem mit Süßkartoffeln aus den USA gedeckt. Süßkartoffeln aus Österreich gibt es zwar bereits, allerdings nur in sehr geringen Mengen.

Machen Kartoffeln dick?  

Kartoffeln haben einen hohen Wassergehalt und enthalten Kohlenhydrate in Form von Stärke. Außerdem sind sie reich an Kalium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen und Vitamin C. An sich machen sie also nicht dick – der Verzehr ist aufgrund der gesunden Inhaltsstoffe sogar empfehlenswert. Neben der Menge spielt aber auch die Verarbeitung eine wichtige Rolle, denn sie kann das Gemüse kalorienreich machen. Eine beliebte Zubereitungsart ist das Frittieren. Bei Chips, Pommes und Wedges wird durch ihre Zubereitung, zum Beispiel Backen oder Frittieren, eine erhebliche Menge an Fett beigefügt. Im Vergleich zu frischen Kartoffeln enthalten frittierte Pommes beispielsweise viermal so viele Kalorien und 145-mal so viel Fett. Kartoffelerzeugnisse wie Pommes und Chips sollten also seltener, dafür ganz bewusst genossen werden.

Tipps und Tricks zur Lagerung

Dunkel, kühl, vier bis zehn Grad, gut belüftet und trocken – so werden Kartoffeln optimalerweise aufbewahrt. Wie lange Kartoffeln gelagert werden können, hängt von der Art der Aufbewahrung ab. Gewaschene und gebürstete Kartoffeln, wie es sie heutzutage üblicherweise zu kaufen gibt, eignen sich nur bedingt für eine längere Lagerung daheim. Kartoffeln zählen zu jenen Gemüsesorten, die das ganze Jahr über heimisch verfügbar sind. Österreich kann sich zu 85 Prozent selbst damit versorgen.Trotzdem kann es vorkommen, dass aus den Kartoffeln ein paar Keime wachsen. Diese müssen nicht gleich entsorgt, sondern können auch einfach weggeschnitten werden. Wichtiger ist die Konsistenz der Kartoffel. Sie sollte prall und fest sein. Sind Kartoffeln bereits schrumpelig und weich, gehören sie in den Bio-Müll, denn dann haben sie meist auch schon das leicht giftige Solanin gebildet.

Quelle Land schafft Leben am 21. September 2021 um 07:52 Uhr


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